Another one bites the Dust - Die Todesfalle von Ira Levin

Aufführung von "Die Todesfalle" durch das Berliner Kriminal Theater in der Erkelenzer Stadthalle am 23.11.2015

Es wird gemordet auf der Erkelenzer Bühne - ohne Frage eine Wesensart von vielen spannenden Kriminalgeschichten. Aber die Art und Weise, wie Motive und Taten sich wandeln und verändert offensichtlich werden, überrascht die Zuschauer immer wieder aufs Neue.

In der Inszenierung von Wolfgang Rumpf und im Bühnenbild von Manfred Bitterlich haben die Schauspieler inhaltich und räumlich Platz, ihre Rollen zu präsentieren:

Die Story

Da ist zunächst Sydney Bruhl (Thomas Gumpert), der in die Jahre gekommene einst erfolgreiche Bühnenautor von Kriminalstücken, dem seit Längerem schon kein goßer künstlerischer Wurf mehr gelungen ist und der jetzt von dem Geld seiner Frau leben muss. Eben diese Frau, Myra (Heide Domanowski), herzkrank und recht schreckhaft, dient ihm als Sparringspartner, um die ersten Entwürfe eines neuen Stücks zu erproben. Nur um allerdings festzustellen, dass alle Motive schon mal in einem seiner Werke vorkamen.
Ein Schrank mit allen Mordwaffen, die einmal in den Erfolgsstücken des Autors wichtig waren, steht wie ein Denkmal an vergangene glorreichen Zeiten im Haus.

In genau dieser Situation erreicht Sydney das Manuskript eines einstigen Schülers, das den erfahrenen Bühnenmann direkt das Potenzial und den kommerziellen Erfolg erahnen lässt. Zunächst halb im Scherz, dann mit zunehmender Ernsthaftigkeit, äußert er, dass es doch eine gute Idee wäre, den jungen Autor des Manuskripts "um die Ecke" zu bringen und das Stück als sein eigenes herauszubringen. 
Alle Umstände scheinen günstig: Der junge Mann lebt alleine, hat niemandem bisher von dem Stück erzählt, es gibt nur zwei Manuskript-Exemplare ...
Kurzum Clifford Andersen (Felix Isenbügel), so der Name des einstigen Schülers, wird ins abgeschiedene Haus der Bruhls, unter dem Vorwand an dem Manuskript arbeiten zu wollen, gebeten.

Der Aufritt einer Hellseherin (Katrin Martin) verunsichert das Ehepaar Bruhl. Sie scheint zwar nichts von dem tödlichen Plan Sydneys zu wissen, dafür aber sagt sie schreckliche Dinge, bei denen ein Utensil aus der Mordwaffensammlung des ehemaligen Erfolgsautors eine entscheidende Rolle spielt, voraus ...

Bild: Dolch (gemeinfrei)

 
Als Clifford dann im Anwesen der Bruhls ankommt, nehmen die Dinge ihren Lauf ... aber alles verläuft anders als gedacht und geplant, sowohl anders als die Zuschauer dachten, aber auch anders als die handelnden Personen dachten ...
und am Ende gibt es eine/n lachende/n Dritte/n.

Der Autor

Ira Levin lebte von 1929 bis 2007 in New York. Aus seiner Feder stammen berühmte Roman-Filmvorlagen wie Rosemaries Baby (1967 Roman Polanski (Regie), Mia Farrow), Die Frauen von Stepford (1975: Katharine Ross, Paula Prentiss;  Neuverfilmung 2004: Nicole Kidman, Bette Midler) oder Sliver (1993: Sharon Stone, William Baldwin).
Die Todesfalle (im Original: Deathtrap) ist das am längsten am Broadway aufgeführte Theaterstück und erlebte fast 1.800 Aufführungen!

Die Inszenierung


Die Aufführung durch vier Mitglieder des Berliner Kriminaltheaters ist gelungen und unterhaltsam. Innerhalb des Bühnenbildes, das Wohnzimmer, Swimmingpool, Mordwaffen-Schrein und Arbeitszimmer in einem umfasst, bewegen sich die Figuren - zeitweise untermalt von Musik der Gruppe "Queen" --- treffenderweise wird auch "Another one bites the dust" gewählt, denn dass es nicht nach Plan läuft bzw. dass der Plan ein anderer ist, als ursprünglich gedacht, wird nach einiger Zeit deutlich ... aber wer beißt tatsächlich ins Gras?