Der 115. Geburtstag von Bertolt Brecht am 10.02.2013

Augsburg – Fugger, Puppenkiste, FCA und Brecht


Eugen Berthold Friedrich Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren, als Bert Brecht wurde er berühmt. Seine Dramen- und Theatertheorie kennt heute jeder Gymnasiast, wenn auch Brechts Werke über den Schulhof hinaus einen nicht mehr gar so großen Bekanntheitsgrad erlangen.

Brecht (detail) by Fritz Cremer in Berlin-Mitte/Germany
This file is licensed under the
Creative Commons Attribution 2.0 Generic
license.

Anlässlich seines 50. Todestages vor etwas mehr als sechs Jahren förderte eine Umfrage des Magazins „Bücher“ zutage, dass etwa die Hälfte der Deutschen keine oder nur eine Figur aus dem literarischen Schaffen des Dramatikers benennen konnte – der Niedergang der DDR, in der Brecht und seine Werke sehr präsent waren, hat wohl auch dazu beigetragen, dass Mutter Courage, Arturo Ui sowie Puntila und Matti und alle die anderen Protagonisten heute im Bewusstsein der Menschen nicht mehr stark verankert sind.

Erstaunlich ist auch, dass selbst Mackie Messer aus der Dreigroschenoper zwar durch die Haifisch-Moritat noch bekannt ist, nicht mehr aber zwangsläufig der Feder von Bertolt Brecht zugeschrieben wird.

Anders verhält es sich hingegen in Augsburg, wo rund um Brechts Geburtstag das Brechtfestival 2013 sich ganz dem „jungen Brecht“ widmet und so die enge Verwurzelung der Geburtsstadt mit dem Dramatiker verdeutlicht.







Episches, Dialektisches Theater

Was entgegen der schwindenden Bekanntheit der Brecht’schen Figuren weiterhin bestehen bleibt, ist seine Arbeit am und für das Theater. Die Umsetzung des Verfremdungseffekts mit der inszenierten Analyse des Dargestellten, mit der gezielten Aufforderung zum In-Frage-Stellen des Schauspiels führte Brecht über in sein Dialektisches Theater, das im krassen Gegensatz zum einfühlenden Theater stand, bei dem ein Schauspieler, eine Schauspielerin sich größtmöglich in die jeweilige Rolle einfühlen sollte.


Urheberrecht

Ein Umstand, der Brecht mitunter Schlagzeilen einbringt, besteht darin, dass seine Erben sich stark für die Werktreue im Umgang mit Stücken ihres Vorfahren einsetzen und in manchen Fällen recht restriktiv in der Freigabe der Verwendung von Brechts Werk vorgingen.

Brecht teilt hinsichtlich der Erinnerung – oder vielmehr in der verblassenden Erinnerung – im kollektiven Gedächtnis das Schicksal vieler seiner Schaffensgenossen und -genossinen. Aber solange seine Werke im Schulkanon vorgesehen sind, vollzieht sich dieses Phänomen beim größten deutschen Dramatiker relativ langsam.

Feiern Sie doch am 10. Februar Brechts Geburtstag, indem Sie in Ihrem Bücherregal mal nachsehen, ob sich da seit Schultagen immer noch ein Band mit einer Parabel oder einem sonstigen Brecht-Werk findet. Blättern Sie ein wenig und Sie werden feststellen, dass einige Erinnerungen wiederkommen und dieser Brecht doch recht interessante Phänome dargestellt hat.